Johnny

Ein chinesischer Pandabär aus London...

... und ein Stofftier aus Deutschland brachten eine große Portion Lebensmut - und die ist bis heute geblieben!

Matthias war zehn Jahre alt, als mit Hilfe von wünschdirwas sein größter Traum wahr wurde. Heute ist das ehemalige „wünschdirwas-Kind“ selbst Vater und erinnert sich gerne an seine Wunscherfüllung zurück.

Vor über zwanzig Jahren begleitete er ihn auf seiner ersten großen Reise mit dem Flugzeug übers Meer – Matthias war damals zehn Jahre alt, hatte eine kräftezehrende Chemotherapie gegen einen bösartigen Tumor in der Brust sowie unzählige Krankenhausaufenthalte hinter sich und nur einen sehnlichsten Wunsch: einmal mit seinem treuesten Freund, dem Stofftier-Panda namens Uschel, zu dessen echten Artgenossen reisen, und sie aus der Nähe betrachten dürfen. Das Problem -  die lebten viele hundert Kilometer entfernt in einem Londoner Zoo und nicht in Deutschland.

Wünschdirwas setzte damals alle Hebel in Bewegung, um dem Grundschüler diese Begegnung zu ermöglichen. So reiste der Neunjährige letztlich samt Lieblingsstofftier im Cockpit an der Seite des Piloten, seiner Eltern und seiner beiden Schwestern Eva und Susanne in die englische Hauptstadt. Die Aufregung war groß, als sie dort auf einen großen Panda trafen, der ebenfalls eine aufregende Reise von China nach England hinter sich hatte, und der nun vollauf damit beschäftigt war, sich in seiner neuen Heimat, seinem Gehege, einzuleben.

In einem Interview mit unserer Ehrenamtlerin Sabine Loh erinnert sich der heute 30jährige: „Während meiner Zeit im Krankenhaus habe ich wirklich ständig daran gedacht, dass ich nach den Behandlungen mit meiner Familie zu einem Pandabären fahren werde und mit einem Pfleger ganz nah an ihn herangehen darf. Das hat mir so viel Kraft und Mut gegeben, dass ich diese Zeit bis heute nicht vergessen habe“, erzählt er, während er in einem alten Fotoalbum blättert, das ihn vor über zwei Jahrzehnten und noch von der Krankheit gezeichnet zeigt. „Wir haben so viele tolle Eindrücke aus London mitnehmen können, denn wir haben neben dem Zoobesuch, der mein absolutes Highlight war, zum Beispiel auch noch die Gelegenheit genutzt, das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds zu sehen“, sagt der Stuttgarter mit einem Lächeln. Er deutet auf ein Foto, das ihn mit einer Kappe auf dem Kopf neben Mr. T, einem Mitglied seiner damaligen Lieblingsserie Das A-Team, abbildet. „Ich hatte zu dieser Zeit ja so gut wie keine Haare mehr wegen der Therapie, deshalb trug ich oft diese Kappe“, erklärt er, ohne dabei traurig zu werden.

"Das Wiedersehen mit den Pandas weckte Erinnerungen"

Matthias ist heute gesund, der Krebs ist nicht wiedergekommen und mittlerweile hält ihn seine einjährige Tochter, Lilian, auf Trab. Er ist sehr dankbar, dass sie gesund ist und kann sich annähernd vorstellen, wie groß die Belastung auch für seine Eltern gewesen sein muss, die große Angst um ihn hatten: „In Lilians Kinderzimmer sitzt seit ihrer Geburt selbstverständlich ein ganz besonderer Schutzengel, der vom Schrank aus zu ihr blickt“ – es ist sein alter Weggefährte Uschel. Die Erinnerungen an seine Wunscherfüllung hält der Regisseur und Autor von Werbe- und Spielfilmen lebendig und kann sich gut vorstellen, auch etwas für kranke Kinder zu tun: „Meine Mutter ist bereits für wünschdirwas aktiv, weil sie die Gefühlslagen der Kleinen und der Familien so gut nachvollziehen kann, und sie auf diese Weise etwas von der Freude zurückgeben kann, die wir damals in unserer gemeinsamem Zeit in London erleben durften.“

Die Liebe zu den Pandas ist bis heute geblieben, die Gedanken an die Schmerzen und Wochen der Unsicherheit sind verblasst. Vor über einem Jahr hat er gemeinsam mit seiner Frau Verena einen Wiener Zoo besucht, in dem mittlerweile seine Lieblingstiere ein weiteres Zuhause gefunden haben. „Das Wiedersehen mit ihnen weckte Erinnerungen, für die ich sehr dankbar bin und wegen denen ich gerne einen Moment länger stehen blieb, um ein paar neue Fotos für unser Album zu schießen.“

Wunschträume

WDW Lied