Johnny

Wenn eine Wunscherfüllung zu einem Herzensprojekt fürs Leben wird

„Kein Wunsch ist zu groß, um daran zu glauben und an der Erfüllung zu arbeiten“, sagt Steffi. Auch als sie vor mehr als 15 Jahren an Krebs erkrankt, hat sie einen großen Wunsch, an dem sie festhält: Sie möchte die Backstreet Boys live erleben. Mit Hilfe von wünschdirwas wird dieser Traum wahr. Das Treffen mit ihrer Lieblingsband sei für sie ein Schritt zurück ins Leben gewesen, ein Moment für den sie unendlich dankbar ist. Die komplette Geschichte können Sie auch hier noch einmal nachlesen.

Und es ist auch ein Moment, der Steffis Leben zu einem großen Teil prägt. Ihre Leidenschaft zur Musik und zum Tanz macht sie zum Beruf. Sie wird selbst Hip-Hop-Tänzerin und Tanzlehrerin, um die Kraft der Musik an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Und ihre Wunscherfüllung vor über 15 Jahren spielt auch noch an einem anderen Punkt eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Zusammen mit ihren Tanzschülern hat sie ein Tanz-Video gedreht. Es ist Teil eines weiteren großen Herzensprojektes: Einmal mit den Backstreet Boys als Tänzerin auf der Bühne stehen!

Im folgenden Interview erzählt sie davon:

Was steckt hinter dem Dance Projekt?

Vor einigen Wochen habe ich ein Tanz-Video mit meinen Schülern gedreht - auf "Everybody" von den Backstreet Boys. Dieses Projekt war mehr als nur ein Tanz-Projekt für mich. Es ist ein Herzensprojekt, zu dem mich meine Zeit in den USA inspiriert hat. Von dem Moment an, als ich die Show der Backstreet Boys in Las Vegas erlebt habe, wusste ich, dass ich für dieses Projekt keine Mühen scheuen würde. Es geht darum, eine Leidenschaft zu teilen: das Tanzen. Die Kraft an junge Menschen weiterzugeben, die mir die Backstreet Boys in schweren Zeiten meiner Krebserkrankung gegeben haben.

Einmal im Leben mit den Backstreet Boys auf der Bühne zu stehen: Es ist und bleibt mein Traum. Einfach zu tanzen und dabei die Bühne mit den Menschen zu teilen, die mich zurück ins Leben geführt haben. Ich hoffe so sehr, dass dieser Traum eines Tages in Erfüllung geht.

Für mich war es eine große Ehre, dass meine Tanzschüler bereit waren, bei diesem Projekt mitzuwirken. Denn man muss bedenken, dass die Backstreet Boys nicht unbedingt ihre Musik-Generation sind. Umso dankbarer bin ich, dass sie an dem Projekt mitgewirkt haben und hinter meinem Traum stehen.

Wie viel Kraft gibt dir das Tanzen und die Musik?

Sehr, sehr viel! Das Tanzen und die Musik haben mir in meinem bisherigen Leben jederzeit ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit gegeben. Ich verbinde damit große Leidenschaft und wunderschöne Erinnerungen an tolle Momente meines Lebens. Zum Beispiel denke ich da an Erlebnisse innerhalb von Dance Crews: Es ist ein wunderbarer Moment, wenn eine Verbindung zwischen Menschen entsteht, die einer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen. Aus Einzelkämpfern wird eine Crew - sozusagen eine zweite Familie, die stets zusammenhält. Auch zahlreiche Freundschaften sind dadurch entstanden. Was mir auch Kraft gibt, ist zu sehen, wie sich die Kinder und Jugendlichen beim Tanzen selbst verwirklichen. Um sie dabei unterstützen zu können, habe ich mich entschieden, auch selbst zu unterrichten. Es gibt nichts schöneres, selbst dabei zuzusehen, wie aus schüchternen Kindern selbstbewusste Menschen werden.

Aus eigener Erfahrung hast du einmal anderen schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen folgenden Tipp mit auf den Weg gegeben: „Sucht euch ein Ziel, das ihr erreichen wollt. Nutzt die Zeit im Krankenhaus sinnvoll, um euch darüber Gedanken zu machen. Schmiedet Pläne für die Zukunft!“ In wie weit spielt diese Einstellung für dich heute eine Rolle?

Diese Einstellung begleitet mich auch heute noch auf meinem Lebensweg. Ich suche mir jederzeit neue Ziele und halte an Wünschen fest. Kein Wunsch ist zu groß, um daran zu glauben und an der Erfüllung zu arbeiten. Deshalb habe ich auch nie aufgehört, daran zu glauben, mit den Backstreet Boys auf der Bühne zu stehen. Aus diesem Wunsch entstand schließlich auch die Idee, ein eigenes Videoprojekt mit Teilen aus der Las Vegas Live Show der Backstreet Boys zu gestalten. So konnte ich meinem Traum etwas näher kommen - wenn auch auf anderen Wegen. Das positive Feedback von Tänzern der Backstreet Boys hat mich in den Wochen danach sehr beflügelt, an meinem Traum festzuhalten. Und wer weiß - vielleicht werden die Backstreet Boys ja auf diesen Traum aufmerksam.

Du hast die Backstreet Boys nicht nur damals bei deiner Wunscherfüllung getroffen, sondern bist auch in den vergangenen Jahren immer wieder auf sie getroffen. Wie würdest du das erste Treffen und die späteren beschreiben? Was hat sich verändert?

Bei dem ersten Treffen waren die Backstreet Boys gerade die beliebteste Band der Welt und ein tiefgründiges Gespräch war damals aus Zeitgründen nicht wirklich möglich. Als ich die Jungs 2014 wieder treffen konnte, sah das schon anders aus. Ich hatte die Möglichkeit, „Danke“ zu sagen und daraus entwickelte sich ein wundervolles Gespräch, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Während meiner Krankheit war mein großes Ziel, nach meiner Genesung die Backstreet Boys live zu erleben. Dank wünschdirwas wurde daraus ein Treffen mit den Jungs und ich durfte sie nicht nur live auf der Bühne erleben, sondern sie auch in kleinem Kreis treffen. Seit diesem Moment spüre ich eine unendliche Dankbarkeit, dass sowohl die Jungs als auch der Verein mir mit diesem Erlebnis Mut gegeben haben, an meine Träume zu glauben. Seitdem scheint für mich nichts mehr unmöglich zu sein.

Du bist auch ehrenamtlich für wünschdirwas aktiv und begleitest unter anderem Kinder und Jugendliche bei ihrer Wunscherfüllung. Wie geht es dir dabei?

Ich fühle mich bei jeder Wunscherfüllung in meine eigene Situation zurück versetzt und erinnere mich, wie glücklich ich bei meiner eigenen Wunscherfüllung war. Ich habe die Ehre, einen besonderen und unvergesslichen Moment mit den Wunschkindern und deren Angehörigen zu teilen. Für mich war dieser Moment ein Schritt zurück ins Leben. Und ich bin stolz, dass ich die Wunschkinder bei ihrem Schritt begleiten darf.

Welche Rolle spielt deine überstandene Erkrankung heute in deinem Alltag?

Sie spielt eine sehr große Rolle, denn man lernt, dass jeder Moment im Leben kostbar und wertvoll ist. Es ist einfach nicht selbstverständlich, dass man gesund ist und einen normalen Alltag erleben darf. Natürlich ärgert man sich im Alltag mal über Kleinigkeiten, aber mit dem Bewusstsein, dass man dieses zweite Leben geschenkt bekommen hat, ist jedes „Problem“ nur noch halb so schlimm!

Welche weiteren Träume und Ziele hast du im Leben?

Neben meinem größten Wunsch, die Bühne mit den Backstreet Boys zu teilen, träume ich von einem längeren Aufenthalt in den USA. Danach möchte ich auch die restliche Welt sehen und viel reisen und Eindrücke sammeln. Irgendwann sollen natürlich Familie und Kinder folgen. Aber im Hier und Jetzt ist es mein Ziel, ein guter Mensch zu sein, der dankbar ist für die vielen schönen Momente im Leben.

Hast du ein Lieblingslied und wenn ja, welches und warum?

Ich habe kein spezielles Lieblingslied – ich liebe das Leben und verbinde mit vielen Songs besondere Momente. Natürlich sind da viele Backstreet Boys Songs dabei, die ganz besonders schöne Erinnerungen wecken.

 

von Alexandra Streck

 

 

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