Johnny

15 Minuten für die Ewigkeit...

Aus Katja, für die 2008 der größte Traum wahr wird, als sie ihr Idol treffen darf, ist mittlerweile eine bemerkenswerte junge Frau geworden. Im Interview spricht sie über das besondere Treffen, das zwar „nur“ 15 Minuten gedauert hat, ihr aber für immer im Gedächtnis bleiben wird und erzählt, wie es ihr danach ergangen ist.

Eine Mutmachergeschichte aus der Feder von Daria Prabucki 

Neulich im wünschdirwas-Büro: Eine junge Frau wird – Blumenstrauß in der Hand und ein Lächeln im Gesicht – vom Team in Empfang genommen. Zusammen mit ihrer Mutter ist sie nach Köln gekommen, um sich zu bedanken und um anderen mit ihrer Geschichte Mut zu machen. Es ist Katja, die vor mittlerweile fast 7 Jahren ihren allergrößten Wunsch erfüllt bekommen hat: Ein Treffen mit ihrer absoluten Lieblingssängerin Pia Douwes. Als Nicht-Musicalkenner mag einem der Name auf Anhieb nicht viel sagen. Fragt man jedoch Katja, so wird schnell klar, dass man es mit einer wahren Pia Douwes Expertin zu tun hat. Denn die holländische Musicaldarstellerin war und ist auch heute noch ihr größtes Idol.

Pias Musik begleitet Katja nun schon viele Jahre. Jeden Nachmittag, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt und erst einmal abschalten möchte, dann gibt es nur ein Rezept dafür: PC an und Pia singen hören. Für sie ist dies der perfekte Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. „Es ist nicht mal das was sie singt, sondern wie sie singt“, erklärt Katja. „Wenn ich nach der Arbeit Kopfschmerzen habe, dann ist Pias Stimme für mich die beste Medizin.“ Lächelnd fügt sie hinzu: „Ich habe mir schon Kopfhörer besorgt, damit meine Familie die Musik nicht jeden Tag mithören muss.“ Ihre Eltern und ihr Zwillingsbruder Martin sind mittlerweile daran gewöhnt, dass Pia Douwes einen wichtigen Platz in Katjas Leben einnimmt und unterstützen sie bei ihrer Leidenschaft. Auch wenn von Martin schon einmal ein „Oh nee“ kommt,  sobald sicher ist, dass Katja wieder einmal ein Konzert der Sängerin besuchen wird.

Generell sind Martin und Katja sehr verschieden, nicht nur was ihren Musikgeschmack angeht. Während sie nach der Arbeit erst einmal entspannt, ist er unterwegs und braucht Action. Martin ist Anhänger von Bayer Leverkusen, Katja dagegen ist riesiger Bayern München Fan und verpasst kein Spiel. Trotz aller Unterschiede und der typischen kleinen Unstimmigkeiten unter Geschwistern, sind die Zwei doch ein gutes Team und Katja weiß: „So ganz ohne ihn könnte ich auch nicht.“ Mittlerweile sind die Beiden 26 Jahre alt und arbeiten zusammen in einer Werkstatt. Katja mag ihre Arbeit und das Team gerne, lediglich das frühe Aufstehen macht ihr nicht ganz so viel Spaß. Jeder Morgenmuffel kann das nur zu gut nachvollziehen!

So schwer es ihr fällt, morgens aus den Federn zu kommen, so unmöglich ist es, vor einem Pia Douwes Konzert abends überhaupt ein Auge zu schließen. Die Aufregung ist einfach zu groß! Nimmt man diese Aufregung mal 100, wird ungefähr klar, wie es in der Nacht zum 26. Juni. 2008 gewesen ist. Schließlich weiß Katja: „Morgen treffe ich Pia.“ Wie wird sie sein? Wie reagiert sie wohl auf mich? Wird sich mein Bild von ihr bestätigen? All diese Fragen schwirren ihr im Kopf herum, an Schlafen ist nicht zu denken. Als der große Tag dann da ist, steigt ihre Aufregung ins Unermessliche, wie sie sich heute noch gerne erinnert: „Ich war so nervös, ich habe keine Luft mehr bekommen.“ Auf die Frage, ob das Treffen ihre Erwartungen erfüllt hat, antwortet Katja freudestrahlend: „Erfüllt? Das hat meine Erwartungen sowas von übertroffen! Das Treffen hat vielleicht nur 15 Minuten gedauert, aber es war einfach das Größte.“

Noch immer hat sie alles vor Augen, so als wäre es erst gestern passiert. Sie weiß, wie sie sich gefühlt hat, als Pia den Raum betrat. Sie erinnert sich noch genau an den ersten Satz, den die Sängerin gesagt hat. Auch das Bild ihrer Mutter und der Wunschbegleiterin, die so gerührt waren, dass die Tränen in kleinen Strömen flossen, ist ihr in Erinnerung geblieben: „Alle um mich herum haben geweint, nur ich nicht. Ich habe mir vorgenommen, nicht vor Pia zu weinen und das habe ich geschafft. Als das Treffen vorbei war, konnte ich mich dann aber auch nicht mehr zurückhalten.“ Vergessen wird Katja diese Eindrücke nie, da ist sie sich sicher. Auch nicht den Moment, in dem ihr Bruder Martin, der bei dem Treffen dabei war, Pia um den Hals fiel. „Da wäre ich am liebsten im Erdboden versunken“, sagt Katja. Mittlerweile kann sie jedoch darüber lachen. Von Pias herzlicher und liebevoller Art ist sie bis heute beeindruckt. Das positive Bild, das sie sich von der Sängerin gemacht hat, hat sich bestätigt. „Sie kannte sogar unsere Namen“, berichtet Katja freudig. „Ich habe im Nachhinein erfahren, dass Pia sich zwei Tage vor dem Treffen nach dem Namen meines Bruders erkundigt hat, damit sie auch ihn direkt ansprechen kann. Das finde ich toll“, erzählt sie weiter. Nach dem Treffen darf sich Katja dann natürlich auch die Aufführung des Musicals Elisabeth anschauen, für die Douwes damals extra nach Deutschland reist. Der ganze Tag bleibt für Katja unvergessen und sie ist unendlich dankbar für all die Gänsehautmomente.

Die Arbeit von wünschdirwas verfolgt sie bis heute und ist mittlerweile sogar selbst Fördermitglied des Vereins. Das sei eine Herzensangelegenheit für sie, verrät Katja im Interview. „Ich bin so dankbar für das, was ich erleben durfte und möchte helfen, damit andere auch ein so schönes Erlebnis haben können. Ich mache bei der Arbeit auch schon fleißig Werbung für den Verein“, sagt sie mit einem vielsagendem Lächeln im Gesicht. Aus eigener Erfahrung weiß Katja, wie wertvoll ein solch schönes Erlebnis sein kann: „Die 15 Minuten mit Pia werde ich nie vergessen. Das waren die besten 15 Minuten, die ich je hatte. Wenn es mir schlecht geht, brauche ich mich nur daran zu erinnern und es geht mir wieder besser.“

Katja freut sich, mit ihrer Geschichte schwer kranken Kindern und Jugendlichen Mut zu machen: „Deshalb bin ich hier und erzähle meine Geschichte, sonst hätte ich sie auch für mich behalten können. Zu wissen, dass ich anderen Mut machen und sie stärken kann, bedeutet mir sehr viel.“ Im Gespräch mit Katja zeigt sich schnell, dass sie ein positiver und lebensfroher Mensch ist. Und auch in die Zukunft schaut sie nur mit Zuversicht. Große, außergewöhnliche Wünsche hat sie nicht: „Mein größter Wunsch wurde mir schließlich schon erfüllt.“ Sie freut sich auch in Zukunft über jedes Pia Douwes Konzert, das sie besuchen kann und ist sich sicher, dass sie ihrem Idol treu bleiben wird. Pia Douwes kann stolz darauf sein, einen so tollen Fan wie Katja zu haben.

Wunschträume

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