Johnny

Fliegen wie "Superman"

Stephanies größter Wunschtraum wird wahr, als sie bei einem Tandemsprung aus 4.300 Metern Höhe fällt. Die 17-jährige Magdeburgerin ist restlos begeistert.

Letzte Nacht hat Stephanie kaum ein Auge zugemacht, denn heute ist ihr großer Tag. Zuerst gibt Fallschirmsprunglehrer Wolfgang Löffler vom LBN-Tandem-Team Stephanie ihren Anzug und erklärt ihr den Ablauf. Nach einer guten halben Stunde Einführung geht es dann endlich los. Stephanie ist jetzt richtig nervös. Mit einem Kloß im Hals betritt sie die verhältnismäßig große Propellermaschine. Innerhalb von 15 Minuten soll das Flugzeug die nötige Sprunghöhe von über 4.300 Metern erreichen.

Kurz vor dem Sprung zweifelt Stephanie für einen Augenblick an ihrem Mut. Die junge Magdeburgerin beginnt leicht zu zittern. Dabei hat sich das schwer kranke Mädchen schon lange Gedanken über ihren großen Tag gemacht. Sie hat sich sogar extra ein Tuch mitgebracht, das sie sich beim Sprung vor das Gesicht binden will, damit der Wind ihr nicht den Atem nimmt. Muss Stephanie ihren Traum jetzt aufgeben? – Nein – Fallschirmsprunglehrer Wolfgang Löffler nimmt sich Zeit, auf das Mädchen einzugehen. Durch seine Erfahrung aus 5.500 Sprüngen in über 30 Jahren und seine stetige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, darunter auch behinderte und schwer kranke Kinder, weiß er, wie er die 17-jährige am besten ermuntern kann. Schnell findet sich der Mut des Teenagers wieder.

Wolfgang Löffler befestigt die Karabiner und Gurte, überprüft noch einmal alles und fragt das Mädchen noch einmal „Bereit?“ Stephanie nickt. Sie springen. Mit 180 k/h rast Stefanie im freien Fall dem Boden entgegen. Aber sie ist nicht allein, ihr Fallschirmsprunglehrer wird sie sicher hinunter bringen, wie schon über 2.000 Tandem-Passagiere vor ihr. Mit einem Wimpernschlag ist alle Angst weg − Adrenalin rauscht durch ihre Adern und von der ersten Sekunde an genießt sie den Sprung. 60 Sekunden dauert der freie Fall bevor Fallschirmsprunglehrer Wolfgang Löffler an der Leine zieht und den Fallschirm öffnet. Mit einem Ruck zieht es die beiden nach oben. „Kaum ist der Fallschirm offen, ist Stefanies Begeisterung dann nicht mehr zu überhören“, beschreibt Löffler die Schirmfahrt. Fast acht Minuten segeln sie so der Erde entgegen. Stephanie bricht immer wieder in Gelächter aus. So frei hat sie sich noch nie gefühlt.
Das Erste, was sie sagt, als sie den Boden erreicht haben: „Am liebsten würde ich gleich noch mal.“ Zu guter Letzt gibt es bei der Urkundenübergabe dann auch noch ein paar kleine Freudentränen. Mit einem Lächeln erzählt Wolfgang Löffler: „Ich gehe davon aus, dass ich mit Stephanie etwas ganz besonderes durchführen durfte und hoffe, dass es lange in Ihrem Gedächtnis bleiben wird. Mit diesen Erinnerungen kommt sie vielleicht ein klein wenig einfacher über Ihre Probleme hinweg.“

Wunschträume

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