Johnny

Interview mit Schwester Conny, kardiologische Abteilung des Herzzentrums Duisburg

Schwester Conny, Sie arbeiten schon seit 2007 mit wünschdirwas e.V. zusammen und haben schon viele Wunscherfüllungen erlebt. Sie kennen daher auch den gesamten Prozess von der Wunschfindung über die Planung bis hin zur eigentlichen Erfüllung des Herzenswunsches. Was bewirkt diese Zeitspanne bei den kleinen und jugendlichen Patienten.
Schwester Conny: „Alle Kinder und Eltern sind sehr gespannt und aufgeregt und haben viele Fragen. Immer muss man aufs Genaueste erklären, wer wünschdirwas ist, warum ihr solche Dinge macht und alle sind sehr erstaunt über so viel Einsatz. Für Einige bleibt es aber bis kurz vor dem Ereignis eine Überraschung und wir bekommen nur die Aufregung der Eltern mit.“

Haben die Kinder schon direkt konkrete Wünsche, wenn sie von wünschdirwas erfahren oder braucht das auch schon mal längere Zeit?
Schwester Conny: „Die Wunschliste ist sehr altersabhängig. Den Größeren fällt doch schnell etwas ein und wir können oft schon im Voraus sagen welche Wünsche kommen. Die größeren Mädchen freuen sich über Pferde, Pop-Idole und die Jungs sind doch oft über irgendetwas mit Technik begeistert. Bei den kleineren steht Disneyland hoch im Kurs, aber auch hier gibt es doch auch sehr ausgefallene und spezielle Wünsche. Wir staunen oft. Manchmal nehmen die Eltern und Kinder all unsere Informationen mit nach Hause und entscheiden dort.“

Was bedeutet die Zusammenarbeit mit wünschdirwas für Sie persönlich?
Schwester Conny: „Für mich ist diese Arbeit eine absolute Bereicherung, denn wir achten sehr darauf unsere Tätigkeiten nicht nur auf das körperliche Wohlbefinden zu beschränken. Wir sehen das Kind in seiner Gesamtheit und das schließt zu 100 Prozent auch die Seele mit ein. Der psychosoziale Anteil unserer Arbeit ist sehr hoch und ich finde, man kann unsere pflegerische Arbeit davon nicht trennen. Leider fehlt mir manchmal die Zeit Kinder heraus zu suchen , aber ich gebe mir Mühe und mache es gerne.“

Gibt es einen besonderen Wunsch, den wünschdirwas einem „Ihrer“ Kinder erfüllt hat und an den Sie besonders gerne zurückdenken?
Schwester Conny: „Ein damals circa 7-jähriger Junge war im Disneyland und dann auch noch in Ihrem Ferienhaus. Die Familie kam, um Danke zu sagen. Der Kleine drückte mir Blumen in die Hand und sagte nur ‚da!‘ und die Mutter fiel mir weinend in die Arme. Sie hatte noch nie Urlaub als Familie machen können und waren noch völlig beeindruckt von den Ferientagen. Das war toll!“

Schwester Conny, zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wovon haben Sie als Kind geträumt?

Schwester Conny: „Ich wollte schon immer Krankenschwester werden und ich wollte einen Hund, wenn ich mal zu Hause ausziehe – das hat leider nie geklappt.“

Herzlichen Dank für das Interview!