Johnny

Interview mit PD Dr. med. Alfred Längler, Leitender Arzt der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

Herr Dr. Längler, Wunscherfüllungen können bei kranken Kindern viel bewirken oder verändern. Welche Beobachtungen haben Sie in ihrer Klinik gemacht?
Dr. Längler: Die Kinder erleben die Wunscherfüllung häufig als eine ganz große Bereicherung ihres Alltags. Häufig handelt es sich um Wünsche, die die Kinder sonst eher im Reich der Illusionen gesehen haben. Sie fühlen sich sehr wertgeschätzt dadurch, dass sie zum Beispiel mit ihren Stars oder Idolen zusammentreffen können oder sich den Besuch eines für sie sehr wichtigen Ortes ermöglichen können.

Tagtäglich mit kranken Kindern zu arbeiten, ist natürlich auch für das Pflegepersonal sicher nicht immer einfach. Hat die Arbeit von wünschdirwas auch Auswirkungen auf das Pflegepersonal?
Dr. Längler: Für das unmittelbar beteiligte Pflegepersonal ist es natürlich eine sehr schöne Möglichkeit, die Kinder nach Wünschen fragen zu dürfen und ihnen eine Realisierung eines Herzenswunsches in Aussicht zu stellen. Damit werden die Pflegenden Teil eines vom Kind als sehr positiv erlebten Prozesses.

Dr. Längler, sind die Wunscherfüllungen ihrer Einschätzung nach nachhaltig präsent für die Kinder?
Dr. Längler: Für viele Kinder ist die Wunscherfüllung etwas, von dem sie noch lange erzählen bzw. Erinnerungsfotos mit sich herumtragen. Mit der Zeit aber verblasst die Erinnerung. Eher in Ausnahmefällen berichten die Kinder auch Jahre später noch von sich aus aktiv darüber.

Herr Dr. Längler, welche Erfahrungen haben Sie mit wünschdirwas gemacht?
Dr. Längler: Wir arbeiten seit vielen Jahren als pädiatrisch-onkologisches Zentrum mit dem Team von wünschdirwas zusammen und haben schon vielfältigste Erfahrungen bei der Erfüllung unterschiedlicher Kinderwünsche gemacht. Die Grunderfahrung ist die, dass das Antragsverfahren unkompliziert und die Wunscherfüllung hervorragend ist. Es ist eine sehr unkomplizierte, angenehme, freundliche und wertschätzende Zusammenarbeit. Da die wesentlichen Kontakte über den Psychosozialen Dienst laufen, bin ich in meinem Arbeitsalltag durch diese Zusammenarbeit wenig oder gar nicht beeinträchtigt.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Hatten Sie als Kind einen ganz besonderen Herzenswunsch?

Dr. Längler: Einer meiner größten Herzenswünsche in der Kindheit, an den ich mich erinnern kann, war der Besitz eines Bonanza-Fahrrades. Diesen Wunsch haben meine Eltern mir zu Weihnachten erfüllt und ich war noch Jahre später stolz auf dieses Fahrrad.

Herzlichen Dank für das Interview!