Johnny

Wirkungsbeobachtung und Projektaktivität

Der Verein wünschdirwas hat sehr früh erkannt, wie wichtig die Analyse der Wertigkeit der Wunscherfüllungen ist. Durch die Einbindung der ehrenamtlichen Wunschbegleiter und Klinikbetreuer in den Regionen und Bundesländern ist wünschdirwas direkt vor Ort präsent und pflegt mit dem Team im Kölner Büro einen Informationsaustausch über notwendige Bewertungen und Optimierungen von erfüllten und zu erfüllenden Herzenswünschen der kranken Kinder und Jugendlichen.

In der gesamten Phase der Wunscherfüllung (von der Wunschfindung bis zum "großen Tag") spielen die Beobachtung und Registrierung der Reaktion der Kinder und Jugendlichen und auch ihrer Familien eine wichtige Rolle. Die Empfehlung, erkrankten Kindern und Jugendlichen eine Wunscherfüllung anzubieten, kann durch den behandelnden Arzt, durch das Klinikpersonal und/ oder durch unsere Klinikbetreuer erfolgen. Bereits zu diesem Zeitpunkt, also im Vorfeld der eigentlichen Wunscherfüllung, kann in sehr vielen Fällen eine positive Veränderung bei den Patienten registriert werden, weil schon der Gedanke und die Vorfreude an und auf ein unvergesslich schönes Erlebnis positive Energie und Ablenkung schenken.

Auch hierzu pflegen die Vertreter von Kliniken und wünschdirwas einen steten und im Interesse der Kinder und Familien, sowie im Sinne des Datenschutzes vertrauensvollen Austausch. Das gilt insbesondere auch in denjenigen Fällen, in denen aufgrund des Gesundheitszustandes der Kinder eine (plötzliche) zeitliche Dringlichkeit eintritt – auch hierüber wird das wünschdirwas-Team schnellstmöglich informiert. In diesen Fällen ist eine besonders enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten von größter Notwendigkeit, um zeitnah alle notwendigen Voraussetzungen im akuten Behandlungsverlauf für die jungen Patienten zu schaffen.

Durch die über 25jährige Erfahrung von wünschdirwas kann es von Vorteil im Sinne des schwerst erkrankten Kindes sein, schon im Vorfeld der Wunschabfrage einen oder weitere Wünsche in den Fokus zu nehmen. Auch diese Bewertung und Beurteilung der alternativen Wünsche fließt mit in die Planung ein, um in den Fällen, in denen die Erfüllung des primären Wunsches aus den unterschiedlichsten Gründen entweder gar nicht oder kurzfristig nicht realisierbar ist, doch noch einen alternativen Wunsch zu ermöglichen, der dem gemeinsamen Ziel – dem Wohl der Kinder und Jugendlichen – in gleicher Weise dienlich ist.

Die Definition „gar nicht“ trifft im Schwerpunkt das Treffen mit Persönlichkeiten aus den Sparten Sport, Fernsehen, Musik und Film. Hierbei handelt es sich nicht um „verschlossene Türen“, sondern um oftmals terminliche Engpässe der Prominenten, seltener um verständliche persönliche Gründe, weshalb eine kurzfristige Wunscherfüllung nicht möglich ist. Häufig sind aber auch zurückzulegende Entfernungen bei nicht transportfähigen Kranken ein Grund, weshalb Wünsche nicht erfüllt werden können und alternativ ein anderer Wunschtraum zu realisieren ist. In den meisten dieser Fälle setzen die Prominenten aber auf ihre Weise ein positives Signal für die Kinder – beispielsweise durch eine persönliche Nachricht auf einem handsignierten Autogramm, einer CD oder eines Trikots und auch – wie bereits geschehen – mittels einer persönlichen Videobotschaft der Spieler eines Lieblingsfußballvereins. Entsprechende Gesten tragen maßgeblich zum Wohle der Kinder bei und damit zu einer optimalen Wertschöpfung unserer Vereinsarbeit.

Auch die Struktur der Familie spielt bei der Auswahl der Wünsche eine wichtige Rolle. Schwerkranke Kinder und Jugendliche haben häufig den Wunsch, die Geschwister und Eltern in den Wunsch einzubeziehen. wünschdirwas unterstützt diese Wunschanfragen, da dem Verein auch die sogenannten „Schattenkinder“, also die gesunden Geschwisterkinder, und somit die ganze Familie am Herzen liegen. Ferner sollte über diesen Weg der familiäre Zusammenhalt und die Wiedergewinnung der notwendigen Energien aller von der Erkrankung Betroffenen erreicht werden. Eine gemeinsame und etwas unbeschwerte Zeit in den Freizeitsparks, Musicals und im Urlaub zeigen seit langer Zeit, dass sie der gesamten Familie neue Energie und "Ferien" vom belastenden Alltag schenken. Als ein Beispiel mit besonders hohem Stellenwert sei ein Aufenthalt auf dem Pfauenhof in der Eifel genannt. Familien mit schwer erkrankten Kindern werden von den Inhabern, den Eheleuten Dorle und Egon Kessler, herzlich und familiär seit mehr als 25 Jahren betreut. Die Resonanz der Familien auf die wohltuende Atmosphäre spricht für sich.

Der bereits beschriebene Analyseablauf der Wertigkeit der Wunscherfüllung schließt seine Ergebnisfindung durch die ehrenamtlichen Wunschbegleiter ab. Sie stehen in direktem Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und den begleitenden Eltern und haben einen Eindruck "aus erster Hand". Der Bericht des Wunschbegleiters fließt ein in die Entscheidung, ob der entsprechende Wunsch auch in Zukunft an die Kinder und Jugendlichen herangetragen, bzw. erfüllt werden wird. Ergänzend werden die Inhalte von Briefen und E-Mails der Eltern im Nachgang der Wunscherfüllungen (häufig bebildert und Ausdruck der nachhaltigen Wirkung der individuellen Wunscherfüllungen) in die Bewertung mit aufgenommen. In der Rückkoppelung der Informationen werden die Kliniken und Hospize vom Verlauf durch einen Wunschbericht informiert. In vielen Fällen bilden die Gespräche zwischen Klinik/Hospiz und den Klinikbetreuern den Abschluss, die Auskunft darüber geben, wie sich der "Urlaub von der Krankheit" auf den Krankheitsverlauf ausgewirkt hat. Interviews über die Zusammenarbeit und den Stellenwert der Arbeit von wünschdirwas mit Ärzten, Schwestern und Betreuern aus einigen mit uns arbeitenden Häusern sind in unserer Rubrik "Unsere Kliniken" hinterlegt und vermitteln beispielhaft einen direkten Einblick aus "erster Hand".

Das wünschdirwas Ferienhaus in Hinte (Ostfriesland) wurde mit seiner Fertigstellung im Jahre 2009 mit zunehmendem Bekanntheitsgrad ein immer stärker gefragtes Wunschobjekt. Bereits in der Machbarkeitsstudie zeigten die Gespräche mit den Ärzten an, dass ein Ferienhaus nicht nur für einen Tapetenwechsel und Luftveränderung steht sondern auch die häufige Trennung von der Familie während langwieriger Therapien und Behandlungszeiten vergessen lässt. Urlaub und Entspannung für die ganze Familie stehen im Vordergrund. Dabei stehen unsere Kolleginnen in Hinte den Ferienhausgästen hilfreich, unterstützend und auf kurzem Wege zur Seite. Einträge im Gästebuch, Briefe und E-Mails, sowie Fotos spiegeln die positive Wirkung des Familienurlaubs wider. Der Informationsaustausch mit den Kolleginnen vor Ort schließt den Analyseprozess ab.

Die stetige Weiterentwicklung unserer Klinikprojekte, die wir im Detail auf unserer Internetseite "Ihre Hilfe" beschrieben haben, nehmen ihren Ursprung durch direkte Anfragen der Kliniken und Hospize oder durch die gemeinsame Projektarbeit der kleinen und jugendlichen Patienten in Verbindung mit dem Klinik- und Hospizpersonal, sowie den Klinikbetreuern von wünschdirwas.

Als repräsentatives Beispiel verweisen wir auf die Farbprojektoren, die von der Kölner Universitätsklinik mit wünschdirwas zusammen ihren ersten Einsatz fanden. Der Erfahrungsbericht zeigt ein nachhaltiges Erfolgskonzept an. Inzwischen haben die Projektoren Eingang gefunden in fast allen Einrichtungen, mit denen wünschdirwas in Verbindung steht. Eine große Universitätsklinik in Nordrhein-Westfalen setzt die Projektoren in der ambulanten Aufnahme ein, um schwerkranken Kindern und Jugendlichen, die anstehende Untersuchung zu erleichtern.

Rund um die Projektoren findet eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit statt. Speziell angepasste Liegemöglichkeiten wie Wasserbetten oder speziell angefertigte Himmelbettchen sollen für eine Bereicherung bei der Entspannung und Beruhigung sorgen und erhöhen den Wirkungsgrad der Projektoren. Die durchweg positiven Rückmeldungen der Kliniken und Einrichtungen wird wünschdirwas zum Anlass nehmen, dieses Konzept weiter zu verfolgen.

Auch weiterhin wird wünschdirwas als freiwillige Verpflichtung gegenüber seinen Spendern und zum Wohle der Kinder und ihren Familien die Prozessaktivitäten durch Wirkungsbeobachtungen verfolgen.

Wirkungskette

Sie können sich die Grafik zur Wirkungsbeobachtung auch hier als PDF herunter laden.

 

 

 

 

Erläuterungen

Unsere Erläuterungen zur Projektaktivität und Wirkungsbeobachtung sollen anhand konkreter Beispiele den Prozessverlauf und den damit verbundenen Aufwand nachvollziehbar darstellen:

  • Voraussetzung 

Regionaler ehrenamtlicher Repräsentant arbeitet ehrenamtliche Klinikbetreuer ein → Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zum Klinikpersonal/ zu Ärzten/ Pflegern/ Sozialdiensten → Sondierung des Bedarfs für Nachhaltigkeitsprojekte, individuelle Wunscherfüllungen oder Ferienaufenthalte im vereinseigenen Ferienhaus → Meldung des Bedarfs und der individuellen Kinderwünsche an das Kölner wünschdirwas-Büro

  • Vorbereitung

Aufnahme des Bedarfs durch die Mitarbeiterinnen im Kölner wdw-Büro → Kostenklärung und Kontaktaufnahme zu den Familien → Im Einverständnis mit den Eltern findet Rücksprache mit den Ärzten statt/ Anforderung ärztlicher Atteste/ Unbedenklichkeitsbescheinigungen → Organisation der Nachhaltigkeitsprojekte/ oder Wunscherfüllungen unter Einbeziehung aller beteiligten Institutionen (Managements, Agenturen, Firmeninhaber, Veranstalter etc.)

  • Durchführung

Anschaffung und Bereitstellung der Materialien für Nachhaltigkeitsprojekte (z.B. Laptops, Spiele, Bücher, Mobiliar, Renovierung etc.) bzw. Projektdurchführung (Klinikclowns, Klinikfeste, Lesestunde etc.) in den Kliniken oder Wunscherfüllung in Begleitung eines ehrenamtlichen Mitarbeiters oder Ferien im wünschdirwas-Ferienhaus.

  • Nachbereitung

Berichterstellung über Durchführung des Nachhaltigkeitsprojekts, der Wunscherfüllung oder des Aufenthaltes im vereinseigenen Ferienhaus → Dokumentation und Kommunikation der Wunschdurchführung seitens der ehrenamtlichen Wunschbegleiter → Erstellen von Sponsorenbriefen/ Zusendung der Berichte an die Sponsoren  

  • Prozessbegleitung

Öffentlichkeitsarbeit und auf Wunsch Medienbetreuung → Kontakt der ehrenamtlichen Klinikbetreuer zu Ärzten und Therapeuten/ Austausch über Wirkung und Nachhaltigkeit der durchgeführten Wünsche und Projekte