Johnny

Starkoch mit Herz

Rosenkohl, Marzipan und Pfifferlinge – er ist ein Meister der Kochkunst und dennoch ist sein Geschmack „auf dem Boden“ geblieben. Genauso, wie er selbst: Unser Botschafter und Sternekoch Ralf Zacherl liebt die saisonale Küche ebenso wie feine Speisen. Und er liebt es ganz besonders, mit Kindern und für Kinder zu kochen; auch mit den Jungen und Mädchen von wünschdirwas schwingt er gerne mal die Kochlöffel. Warum er sich für unseren Verein engagiert und wofür sein Herz sonst noch schlägt, erzählt uns Ralf in einem „exklusiv“-Interview für wünschdirwas.  

Ralf, was ist Deine Lieblingsspeise und was magst Du gar nicht?
Ich habe nicht das ganze Jahr lang ein und dasselbe Lieblingsessen, sondern das wechselt immer. Es startet im Frühling mit Radieschen, dann esse ich gerne Rhabarber, Spargel, Erdbeeren und Pfifferlinge. Das Jahr endet dann mit Rosenkohl und Marzipan. Womit man mich jagen kann ist eiskalter Kartoffelsalat aus dem Eimer bzw. aus der Fertigpackung.

Was isst Du, wenn es mal schnell gehen soll?
Da kommt es immer drauf an, was ich Zuhause habe, wenn nichts da ist, gehe ich auch mal gerne zum türkischen Laden um die Ecke – der hat fantastische Suppen.

Kochst Du in deiner Freizeit auch noch häufig für Familie/Freunde oder bist Du froh, wenn  Du mal nicht hinter dem Herd stehen musst? Wenn ja, ab wann juckt es Dich wieder in den Fingern zu kochen?
Ich koche sehr viel Zuhause, auch wenn ich keine Gäste habe. Der Zeitpunkt wenn es  mich wieder juckt hat meist mit dem Hunger zu tun.

Deine Schwester ist auch Köchin, sprecht ihr gemeinsam oft übers Kochen oder streitet vielleicht sogar?
Nee streiten auf keinen Fall. Wir sprechen zwar oft über das Kochen, aber da geht es fast immer um das gegenseitige Helfen.

Was bedeutet für Dich Familie und wie oft bist Du bei ihr in Deiner Heimat Wertheim?
Meine Familie ist mit das Wichtigste überhaupt. Zuhause wohnen Oma Ellis und meine Schwester noch unter einem Dach. Wäre ich beruflich nicht in Berlin, würde ich da auch noch wohnen. Wir sehen uns so oft wie es geht. In manchen Jahren klappt das häufiger also so 12–16 Mal und in anderen nicht so gut und dann nur 4–5 Mal.

Seit wann trägst Du deinen markanten Bart und hast Du ihn bei der Arbeit schon einmal aus Versehen angezündet?
Der Bart ist schon seit einem Jahr richtig kurz. Hatte nach 10 Jahren „langen Haaren“ mal wieder Lust auf eine „Kurzhaarfrisur“.

Sternekoch zu sein ist sicherlich sehr anstrengend – was machst Du in Deiner Freizeit, die sicher sehr knapp bemessen ist?
Ich bin im Moment gar kein Sternekoch. Ich hatte mal einen Stern, aber das ist lange her. Freizeit? Was ist das?

Du bist seit circa einem halben Jahr bei wünschdirwas als Botschafter tätig. Zuvor hast Du aber auch schon Kindern bei wünschdirwas Wünsche erfüllt. Was bedeutet Dir diese Arbeit? Was war Deine Motivation, Dich als Botschafter zu engagieren?
Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die wünschdirwas am Leben erhalten und vor den Kindern, die man durch wünschdirwas kennen lernt. Außerdem bin ich stolz mithelfen zu können und zu dürfen. Motivation? Da muss man nur mal in die Augen der Kinder schauen, dann hat man keine Motivationsprobleme mehr.

Hast Du Dich in irgendeiner Weise auf diese Treffen vorbereitet oder hattest Du dann  vielleicht auch ein wenig Berührungsängste?
Ich weiß nicht. Man versucht sich zwar vorzubereiten, aber es klappt nie so richtig. Ich glaube, wenn man die Kinder ganz normal behandelt, ist es für alle am besten, wobei immer das Kind entscheidet, wie schnell, wie viel, wie lange. Wichtig ist dabei, dass der Spaß des Kindes nicht zu kurz kommt.

Du kochst nicht nur mit wünschdirwas-Kindern, sondern auch mit anderen. Was gibt es da zu beachten?
Ich koche gerne mit Kindern, denn sie sind so ehrlich, man kann sie oft begeistern, aber es kann auch sehr schnell in die andere Richtung gehen. Es ist auf jedenfall immer spannend mit ihnen. Man muss beachten, dass man mit Druck nichts erreicht. Es macht keinen Sinn mit Belohnungen a là „wenn du das isst, dann bekommst du das und das“. Es gibt bei Kindern leider kein Erfolgsrezept, alle sind anders, alle reagieren anders. Die Geschmäcker sind auch alle sehr verschieden. Allgemein sollte man ein bisschen Zeit investieren, denn eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für alles, was noch kommen könnte. Wenn man liest, dass fast jedes zweite Kind Übergewicht hat, dann sollte man mit einer ausgewogenen Kinderernährung schnell gegensteuern.

Wie machen sich denn die kleinen Nachwuchsköche, haben die schon immer ganz bestimmte Vorstellungen vom Essen oder entscheidest Du dann, welches Menü es gibt?
Im Vorfeld sollte man schon wissen, was die Kinder mögen und was gar nicht geht. Dann versucht man einen Mittelweg zu finden, der alle satt und zufrieden macht.

Was möchtest Du Kindern mitgeben/beibringen?
Dass Ernährung wichtig ist, dass man mit einem Frühstück in der Schule leichter lernt und man auch weniger Probleme mit Übergewicht hat, wenn man frühstückt. Es steckt schon im Wort Lebensmittel – die Mittel zum Leben, wie kann man das vergessen. Wer möchte denn schon kein schönes Leben?

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