Johnny

Lesespaß für 25 Jahre wünschdirwas: „Neue Flügel für Bataar“ - eine Mutmachergeschichte

Was ist eigentlich dran am Wünschen?

Ein Vorwort von Haike Falkenberg zu ihrem Buch „Neue Flügel für Bataar“

„Die meisten von uns wünschen sich ständig etwas: Die Großen gerne mal schönes Wetter, artige Kinder oder einen Lottogewinn – Kinder hätten lieber gerne neue Spielsachen, schulfrei oder dass der beste Freund oder die Freundin nicht in eine andere Stadt umziehen. Außerdem wünschen wir unseren Mitmenschen ganz häufig "Gesundheit!", besonders wenn Schnupfenzeit ist.
Aber manchmal, da ist es auch anders. Manchmal ist es gar nicht so einfach zu wissen, was man sich eigentlich wünscht. So wirklich und von ganzem Herzen. Das ist dann auch für die anderen oft schwer herauszubekommen. Und dabei macht es doch so viel Freude, einem anderen einen Wunsch zu erfüllen.

Genau darum geht es auch in einer Geschichte, die ihr bald lesen könnt. Da erlebt das Nomadenmädchen Oyuna, das in der Mongolei lebt, wie weit die Kraft des Wünschens reichen kann.  Dazu muss sie aber erstmal den Jungen Baatar kennenlernen und durch allerlei Erlebnisse sein Vertrauen gewinnen. In einer brenzligen Situation weiht er sie endlich in sein Geheimnis ein, aber das allein reicht noch lange nicht. Ein Helfer muss gefunden und überzeugt werden, um aus einer Idee eine Tat zu machen. Und natürlich taucht ein Bösewicht auf, der das alles vereiteln will ...

wünschdirwas-Bürohund Jonny findet es ganz großartig, dass eine der Hauptrollen von Nokhoi gespielt wird, einem zotteligen schwarzen Hütehund, der zwar wie ein As auf die Schafe und Yaks aufpasst, aber auch keine Gelegenheit auslässt, Dummheiten zu machen. Überhaupt sind viele Tiere dabei in der Mongolei bei den Nomaden. Sogar ein Pferd, das Milchbart heißt. Aber warum das so getauft wurde, kann jetzt hier natürlich nicht verraten werden. Das können Sie dann selber bald lesen.“

Hier geht es direkt zur Leseprobe mitten hinein in die wilde Steppe der Mongolei – zu Oyuna, Bataar, Hütehund Nokhoi und all den anderen.

Foto (c) Michael Scholten

Lesen Sie hier das Interview mit der Autorin Haike Falkenberg:

wdw: Frau Falkenberg, Sie sind in Deutschland geboren, haben u.a. in Spanien studiert, leben in Frankreich und haben ein Buch über die Mongolei geschrieben. Gibt es einen Ort/ein Land auf dieser Erde, der Sie besonders fasziniert?

Haike Falkenberg: Oh, ja, jede Menge! Die kann ich gar nicht alle aufzählen. Auf jeden Fall gehört das Meer dazu, egal wo. Blau ist meine Lieblingsfarbe und ich gucke gerne bis zum Horizont. Sehr spannend finde ich im Moment auch die Millionenstädte in Asien wie Saigon in Vietnam oder Hongkong. Wenn man die Augen offen hält, findet man dort alles. Neulich ist mir beim Stadtbummel ein dickes rosa Kerlchen in die Arme gelaufen. Wir haben uns gleich gut verstanden, das sieht man doch auf dem Foto, oder? Aber mich fasziniert auch meine Heimat! Und das nicht nur, weil es in Deutschland den leckersten Kuchen der Welt gibt.

wdw: Sie haben Bücher u.a. über Gartenarchitektur geschrieben, Übersetzungen aus dem Französischen und Spanischen ins Deutsche verfasst – und „nebenbei“ ein Kinder- und jetzt ein Jugendbuch. Was war für Sie das spannendste Projekt?

Haike Falkenberg: Wenn ich Fachbücher schreibe, habe ich mit Fachleuten aus der ganzen Welt zu tun, zum Beispiel Architekten, die Wolkenkratzer bauen. Das ist immer höchst interessant und ich lerne viel dabei. Noch viel spannender ist es jedoch, selber zu schreiben. Wenn die Figuren einer Geschichte erstmal auf dem Papier entstanden sind, überraschen sie mich selbst manchmal, mit dem, was sie machen oder sagen. Dann ist arbeiten besser als fernsehen ...

wdw: „Neue Flügel für Baatar“ heißt das Buch, das Sie für wünschdirwas zu Papier gebracht haben - Woher stammt die Idee, was hat Sie dazu inspiriert?

Haike Falkenberg: Als ich wünschdirwas kennenlernte, ist mir gleich die magische Kraft aufgefallen, die entsteht, wenn ein Kind einen Herzenswunsch findet, wenn seine Erfüllung in Aussicht steht, wenn der Wunsch Wirklichkeit wird. Diese Kraft hat mich nicht losgelassen. Ich wollte jedoch nicht nur eine Wunscherfüllung beschreiben, sondern die Idee in eine fremde, aber reale Welt übertragen. Die Geschichte soll für viele Leser attraktiv sein, für Kinder und Erwachsene, auch die, die wünschdirwas noch gar nicht kennen. Außerdem sollte der Schauplatz ganz und gar nichts mit Krankenhaus oder Behandlungen zu tun haben, sondern mit Abenteuern und Freiheit.

wdw: Die Geschichte spielt in der Mongolei und lebt u.a. auch von der authentischen Schilderung der dort lebenden Nomaden. Man hat den Eindruck, Sie seien selbst schon dort gewesen – stimmt das?

Haike Falkenberg: Schön wär's! Ich verstehe diese Frage jetzt einfach mal als Kompliment für meine Beschreibungen und meine Fantasie, vielen Dank. Natürlich habe ich vor und beim Schreiben viel recherchiert: Texte und Bücher gelesen, Bilder und Filme angesehen und vor allem mit Leuten gesprochen, die von dort stammen oder schon einmal hingereist sind. Über die Tiere zu schreiben, hat besonders viel Spaß gemacht, denn die liebe ich und sie benehmen sich ganz ähnlich, ob sie nun hier oder in der Mongolei bellen oder wiehern.

wdw: Sie erzählen von der Freundschaft zwischen dem Nomadenmädchen Oyuna und dem Hütejungen Baatar. Welche Bedeutung hat Freundschaft in ihrem Leben?

Haike Falkenberg: Familie und Freunde sind das Wichtigste im Leben. Freundschaften muss man pflegen, beispielsweise dadurch, dass man ehrlich zueinander ist oder sich Zeit nimmt. Dafür erlebt man dann aber auch die genialsten Abenteuer und längsten Lachkrämpfe ... mit seinen Freunden!

wdw: Ihr Buch handelt von der Kraft des Wünschens – haben Sie diese Kraft schon einmal selbst erfahren?

Haike Falkenberg: Ja. Ich musste viele Jahre Geduld haben, bis ich endlich einen Hund haben konnte. Diese Warterei war nicht immer einfach, aber es hat sich gelohnt! Cleo, eine schwarze wuschelige Mischlingshündin war jahrelang mein treuester Begleiter.

wdw: Sie wollen den Kindern von wünschdirwas mit dieser Geschichte Mut machen – warum nehmen Sie sie mit auf eine so weite Reise in die Mongolei?

Die Mongolei ist ein wildes Land, das Leben dort ist hart, aber auch ehrlich und herzlich. In der Weite dieses Landes haben nicht nur Pferde, Kamele, Wölfe und Adler Platz, sondern auch Träume. Im Alltag sind die Menschen häufig auf sich allein gestellt, auch die Kinder. Wir in Europa vergessen manchmal, dass man auch mit ganz wenig auskommen kann. Dass das, was wichtig ist, gar nicht immer sichtbar und anzufassen ist. Dass wir manchmal viel mehr können, als wir glauben.

wdw: Mit welchem Charakter Ihrer Erzählung können Sie sich am meisten identifizieren?

Haike Falkenberg: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Vielleicht mit Ben, der alles beobachtet und gerne hilft, als Oyuna ihn darum bittet.

wdw: Um ein Buch zu schreiben, braucht man bestimmt mehr als nur einen Stift und ein Blatt Papier – viele „wünschdirwas-Kinder“ haben sicherlich auch Talent, trauen sich aber nicht ein solches Buch zu. Wie können Sie ihnen dazu Mut machen?

Haike Falkenberg: Einfach anfangen und losschreiben! Ihr könnt alles wieder verändern, kürzen, noch etwas hinzufügen, ganz neu anfangen. Schreiben ist wie Sport oder Musik machen, man wird nur besser, wenn man übt und trainiert. Anreiz und Belohung ist die totale Freiheit: In euren Geschichten ist alles möglich! Ihr könnt die Welt aus den Augen eines Tieres beschreiben, eine neue Welt schaffen, euch ausdenken und ausdrücken, was euch bewegt. Sogar neue Wörter dürft ihr erfinden, Schriftsteller dürfen das nämlich. In einem Schulaufsatz ist das ja bekanntlich nicht erlaubt.

wdw: Wie sind Sie zu wünschdirwas gekommen und was gefällt Ihnen an unserem Verein?

Haike Falkenberg: Meine früheren Nachbarn haben mir davon erzählt. Ich finde es ganz wichtig, dass ausdrücklich etwas für die Kinder getan wird, und es berührt mich sehr, wie individuell und persönlich die Herzenswünsche sind. Schließlich ist eine Wunscherfüllung auch immer etwas, an dem viele Menschen Hand in Hand mitwirken. Diese Gemeinsamkeit macht stark und gibt allen etwas zurück. Das ist doch herrlich!

wdw: Und noch eine Frage zum Schluss: In Ihrem Lebenslauf haben wir etwas ganz Spannendes entdeckt: Sie haben auf einer karibischen Insel gelebt und die Zwergpiraten lieben gelernt. Wieso haben Sie dort Zeit verbracht und was bitte sind „Zwergpiraten“?

Haike Falkenberg: Ich habe das Glück, dass mein Mann mit Schiffen arbeitet und wir seit Jahren häufig umziehen, aber immer irgendwo am Meer leben. In der Karibik gibt es die kleine Insel Saint Martin und daneben die Mini-Insel Pinel, die wir oft besucht haben. Die Zwergpiraten sind eine Bande klitzekleiner Schelme, die auf diesem Inselchen leben. Sie treiben Schabernack mit den Touristen, halten Mutproben ab, und können, wenn es sein muss, sogar hilfsbereit sein. Einmal halfen sie einem Jungen namens Fritz, das Feenschiff zu finden, das meist unsichtbar ist. Aber das ist eine andere Geschichte ...