Johnny

Weltmeisterliches Büro-Baggern mit Jonas Reckermann

Unser "wünschdirwas-Neu-Botschafter" Jonas Reckermann ließ es sich nicht nehmen, auf eine Stippvisite im Kölner Büro vorbei zu kommen. Natürlich haben wir ein bisschen mit ihm geplaudert und lassen Sie alle gerne daran teilhaben.

Ach ja - und dann lag da "ganz zufällig" noch ein Volleyball im Büro rum - wie gut, dass wir keinen Sand ausgestreut hatten, dann wäre unser spontan zusammen gestelltes "wdw-Volleyball-Team" völlig chancenlos gewesen gegen den Weltmeister und Olympiasieger. Aber so.... ;-)

Das Gespräch mit Jonas führten die Vorstandsmitglieder Michaela Petit und Stephanie Krapp, sowie unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Burghard Eilmes und Pressereferentin Christine Trewer.

wdw: Lieber Jonas, jetzt begrüßen wir Dich auch von ganz „offizieller Stelle“ seitens des Vorstandes von wünschdirwas e.V. noch einmal sehr herzlich als unseren neuen Botschafter. Wir freuen uns sehr darüber, dass Du Dich dazu entschieden hast, uns bei unserer Arbeit und die wünschdirwas-Kinder zu unterstützen

Jonas: Das mache ich sehr gerne! Mir ist es wirklich sehr wichtig, mich für ein Projekt einzusetzen, das sich für Kinder engagiert, denen es nicht so gut geht. Wir bekommen sehr viele Anfragen, soziale Projekte und Charity-Veranstaltungen zu unterstützen und man würde gerne viel mehr helfen. Doch leider reicht die Zeit einfach nicht aus und so musste ich mich für einzelne Projekte entscheiden. Ich werde auch weiterhin Projekte unterstützen, bei denen es darum geht, Kinder und Jugendliche im Sport zu fördern – der Sport liegt mir weiterhin sehr am Herzen. Und wenn ich insbesondere bei Wunscherfüllungen unterstützend zur Seite stehen kann, die etwas mit Sport zu tun haben, dann freut es mich umso mehr.

wdw: à propos Sport: Du betätigst Dich doch sicherlich auch nach Beendigung Deiner Profi-Karriere sportlich – oder hast Du den Volleyball und die Sportschuhe ganz in die Ecke gelegt?

Jonas: Sport ist ein Bestandteil meines Lebens. Nur, dass ich jetzt andere Sportarten ausübe. Ich spiele zum Beispiel aktiv Fußball, laufe viel und fahre Rad. Kürzlich habe ich – auch im Rahmen einer Charity-Veranstaltung – sogar das erste Mal auf einem Pferd gesessen und bin geritten. Eine ganz neue Erfahrung und ich freue mich darüber, nun auch mehr Zeit zu haben, mal andere Sportarten ausprobieren zu können.

wdw: Aber Dein Alltag sieht doch jetzt bestimmt komplett anders aus. Du bist gerade Vater geworden und hast Dein erstes Staatsexamen absolviert – klingt nach einem ganz anderen „Stundenplan“ als zuvor.

Jonas: Ja, der Tagesablauf ist komplett anders. Aber ich muss sagen, dass ich die Zeit genieße und mir das Ende der Karriere als Profisportler schwerer vorgestellt habe. Ich habe viele neue Aufgaben rund um den Sport, kann für meine Familie da sein und mir mit meinem Studium eine gute Basis für die Zukunft schaffen. Ich lasse erst einmal alles auf mich zukommen und finde es gut so, wie es derzeit läuft.

wdw: Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, Dich mit „Volleyballfragen“ zu verschonen, weil Du sie sicher schon hundertfach beantwortet hast. Aber eine Frage möchten wir Dir gerne stellen, da sie vielleicht für unsere Kinder ganz wichtig ist: Wie bist Du in Deiner Profi-Laufbahn mit Niederlagen umgegangen und wie hast Du es geschafft, wieder neue Motivation zu entwickeln und Dich „hoch zu rappeln“?

Jonas: Das ist natürlich ganz schwer miteinander zu vergleichen. Den Sport habe ich ja immer freiwillig betrieben und die Kinder sind nicht aus freien Stücken in der Situation, krank zu sein. Aber vielleicht hilft folgendes Beispiel: Ich war in dem Jahr vor Olympia an der Schulter verletzt und die Verletzung hat unseren kompletten Trainingsplan und die Vorbereitungen auf London ausgehebelt. In dieser Situation war es fast aussichtslos, in den Wettkampf zu gehen und darauf zu hoffen, dass wir unsere Leistung erbringen würden. Aber wir waren uns im Team einig, dass wir es versuchen und einfach unser Bestes geben. Hätte ich mich damals  aufgegeben und den Wettkampf von vornherein abgeschrieben, wären wir niemals Olympiasieger geworden. Ich habe „Niederlagen“ an sich  eigentlich nie wirklich als „schlimm“ empfunden. Für mich war es immer das Wichtigste, mein Bestes zu geben. Wenn wir schlecht gespielt und trotzdem gewonnen haben, war ich unzufriedener, als mit einer Niederlage nach Hause zu gehen, wo wir nach unseren Möglichkeiten alles gegeben haben.

wdw: Jonas, Du ahnst wahrscheinlich, was jetzt kommt – wir haben hier „ganz zufällig“ einen Volleyball liegen… ;-)

Jonas: Na, dann mal los! :-)