Johnny

Von Giraffen, die ihre Punkte verlieren und Fröschen, die keine Prinzen werden wollen

Anette Dewitz schreibt abenteuerliche und lustige Kinderbücher. Über ihre Bücher können sich, dank einer großzügigen Bücherspende, viele Kinder in den Kliniken und Hospizen freuen.

Ihre Bücher sind voll von skurril-liebevollen Figuren. Da gibt es den kleinen Prinzen Ferdinand König, der sich mit einem geschmierten Käsebrot in die Welt hinauswagt, um das Glück zu finden, Väter, die Waschanlagen für Schafe erfinden und Frösche, die zu Prinzen werden, es aber gar nicht wollen. Alle Geschichten illustriert Anette Dewitz selbst und veröffentlicht sie in ihrem eigenen Verlag „Gurkentee“. Nun können auch viele Kinder in Kliniken und Hospizen die unterschiedlichen Charaktere aus ihren Büchern kennenlernen und in ihre Geschichten eintauchen: Die Kinderbuchautorin hat wünschdirwas mit einer großzügigen Bücherspende bedacht. Diese Bücher gehen an Kliniken und Hospize, mit denen der Verein zusammenarbeitet. Auch sind Lesungen mit der Kinderbuchautorin in den Kliniken geplant.

Vollbepackt mit Büchern hat Anette Dewitz wünschdirwas besucht und bei der Gelegenheit der Ehrenamtlerin Ezel Yilmaz Rede und Antwort gestanden.

Frau Dewitz, Sie sind Autorin mehrerer Kinderbücher, die sie ausschließlich in Ihrem eigenen Verlag „Gurkentee“ veröffentlichen. Wie ist dieser Name entstanden?

Dewitz: „Ich bin Teetrinkerin und den Namen habe ich selbst erfunden. „Gurkentee“ klingt so absurd, dass man sich den Namen gut merken kann.“

Ihr erstes Buch „Als die kleine Giraffe ihre Punkte verlor“ ist 2007 erschienen? Wann hatten Sie die Idee dieses Buch zu schreiben?

Dewitz: „Die Idee hatte ich zehn Jahre vor Entstehung des Buches. Die Entscheidung, dass ich dieses Buch schreiben werde, traf ich auf einer Lesung von Hape Kerkeling, dessen großer Fan ich bin. Er las damals aus seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ und beschrieb sehr eindringlich und überzeugend, wie sehr ihn diese Reise auf dem Jakobsweg veränderte habe und er nun wisse, worauf er im Leben Wert lege. Diese Aussage passte auch zu meinem damaligem Leben und in dem Moment stand der Entschluss fest: „Ich mache mein Buch!“ In Eigenregie erarbeitete ich mir die Wege zur Entstehung des Buches, von der Druckumsetzung bis zu der bewussten Entscheidung, keinen Verlag dafür zu wählen, sondern selbständig arbeiten zu wollen, ohne dass jemand reinredet. Wie die Giraffe aussehen sollte, wusste ich während des Schreibens noch nicht ganz genau. Aber sobald ich mit dem Zeichnen begann, war sie sofort da, weil ich mir unbewusst schon eine Vorstellung gemacht hatte. Für das Hörspiel haben sich gute Freunde und Bekannte aus der Künstler- und Musikerszene bereit erklärt, gagenfrei den Charakteren ihre Stimmen zu geben. Dirk Bach sprach das Affenbaby, Isabel Varell das Affenmädchen, Purple Schulz den  Affen-Medizinmann und viele andere mehr waren dabei.“

Habe Sie Ideen für eine Geschichte bereits vorher im Kopf oder entsteht sie beim Schreiben?

Dewitz: „Ich habe immer ganz viele Ideen im Kopf. In meiner Schulzeit schrieb ich bereits gerne originelle Geschichten. Es mangelt nie an Ideen. Eine Grundidee besteht in meinem Kopf vorab und beim Schreiben entwickelt sich die Geschichte. Manchmal überrascht es mich selber, wie die Personen sich in der Geschichte entwickeln oder was sie sagen.“

In dem Buch „Violettas unglaubliches Ferientagebuch“ erlebt Violetta unglaubliche Geschichten. Was für ein Mädchen ist Violetta?

Dewitz: „Violetta ist ein freies Mädchen, das versucht das Beste aus ihrer fast unglaublichen Situation zu machen. In der Geschichte geht es hauptsächlich um die Trennung der Eltern und insbesondere um unfähige Eltern, für die die Kinder nichts können. Es soll Kindern zeigen, dass es tatsächlich möglich sein kann, nicht das perfekte Zuhause zu haben, dass sie aber ihren eigenen Weg finden können.“

Wer in Ihrer Familie liest Ihre Bücher am liebsten?

Dewitz: „Wir haben keine kleinen Kinder mehr in der Familie. Meine Söhne lesen nur noch Korrektur. Aber ich habe viele Freunde und Bekannte mit kleinen Kindern, die freuen sich immer über meine Bücher. Da habe ich, beziehungsweise haben die Hauptdarsteller der Geschichten schon richtige Fans.“

Sie machen oft Lesungen für Kinder. Wie sind die Rückmeldungen, was wollen die Kinder von Ihnen wissen?

Dewitz: „Begeistert sind sie alle. An den Schulen ist im Anschluss leider wenig Zeit für weitere Fragen und Autogramme, aber die Lehrer geben mir oft die Rückmeldung, dass einige Kinder Autoren werden wollen. Nach den Lesungen gibt es am Ende eine Fragerunde. Die Kinder möchten dann wissen, ob es auch Bettwäsche mit den Giraffen gibt oder wie viele Millionen ich schon verdient habe.“

Wie sind Sie auf wünschdirwas aufmerksam geworden?

Dewitz: „Auf den Verein bin ich über meine Mutter aufmerksam geworden. Sie erzählte mir vor einiger Zeit davon und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, dort eine Bücherspende zu überreichen. Ich selber hatte auch schon  vom Verein gehört und einige Aktionen waren mir bekannt. So kam der Kontakt zu wünschdirwas zustande“.

Womit beschäftigen Sie sich am liebsten, wenn Sie mal keine Bücher oder Theaterstücke schreiben und illustrieren?

Dewitz: „Ich lese oder bin im Garten beschäftigt. Früher wollte ich Puppenspielerin werden. In diesem Jahr habe ich einen Puppenspielkurs bei einem Puppenspieler besucht. Jetzt übe ich zuhause weiter, um es richtig gut zu lernen.  Das Puppenspielen ist gar nicht so einfach, macht aber sehr viel Spaß.“ 

Haben Sie schon Pläne für ein neues Buch?

Dewitz: „Gerade mache ich eine kleine Schreibpause und konzentriere mich auf ein Krimi-Hörspiel, das im September Premiere hat. Aber es geistert schon eine neue Geschichte im Kopf herum und die werde ich im nächsten Jahre aufschreiben und illustrieren.“

wünschdirwas bedankt sich ganz herzlich für das Interview!

Mehr über Anette Dewitz und ihre Bücher erfahren Sie auf auf ihrer Internetseite www.gurkentee.de.