Johnny

Von der Atacamawüste in die Salzwüste

Hallo liebe Kinder,

jetzt ist es schon sooo lange her, dass ihr meinen ersten kurzen Reisebericht aus Chile bekommen habt. Wie schnell die Zeit vergeht... Jetzt gerade liege ich eingekuschelt in meinem Bettchen, aber meine Augen sind noch gar nicht müde, also dachte ich mir, ich erzähle euch mal kurz, was ich die letzten Wochen so alles erlebt habe. Je länger ich darüber nachdenke, was ich euch alles erzählen möchte, desto schwieriger wird es nicht gleich ein ganzes Buch zu schreiben. Hier gibt es jeden Tag sooo viel zu erleben. Nun gut, ich versuche mal mein Glück, mich einigermaßen kurz zu fassen:

Warum gibt es Erdbeben?

Ich habe mich mittlerweile sehr gut hier eingelebt. An die einen oder anderen Dinge musste ich mich erst gewöhnen. Zum Beispiel an die kleineren Erdbeben, die hier fast jeden Tag und jede Nacht vorkommen. Das ist normalerweise gar nicht schlimm, denn die Häuser sind hier so gebaut, dass ihnen die kleinen Erschütterungen nichts anhaben können. Die Chilenen merken es schon gar nicht mehr, wenn plötzlich die Häuser ein wenig schwanken, aber ich fand das am Anfang etwas angsteinflößend. Auch nach fast 3 Monaten, die ich schon hier bin, werde ich immer noch wach, wenn nachts mein Bett wackelt. Aber warum gibt es hier überhaupt so viele Erdbeben?

Unsere Erdkruste besteht aus mehreren Erdplatten. Unter der Erdkruste ist heißes, flüssiges Gestein (Magma), welches ständig in Bewegung ist. Durch die Bewegung des Magmas, kommt es immer wieder vor, dass sich die Erdplatten ganz langsam verschieben. So kann es passieren, dass sich eine Platte ganz langsam über die andere schiebt. Chile liegt zum Beispiel auf der Grenze zweier Erdplatten und aus diesem Grund merkt man hier manchmal die kleinen Erschütterungen.

Wie auf dem Mond

Aber Erdbeben sind natürlich nicht das Einzige, was ich hier in Chile erlebe. Vor ein paar Wochen bin ich mit Freunden in den Norden von Chile gereist. Dort befindet sich die Atacamawüste, einer der trockensten Orte der Erde. Tagsüber ist es dort richtig heiß und nachts mussten wir uns zusammenkuscheln, um bei bis zu -9 Grad nicht zu erfrieren. Brrr... das war kalt sag ich euch. Findet ihr nicht auch, dass die Landschaft ein bisschen so aussieht, als wäre man auf dem Mond? Das dachten sich die Menschen früher anscheinend auch schon und haben dieses Tal "Valle de la Luna" genannt. Übersetzt heißt es: Tal des Mondes.

In der Salzwüste

Nachdem wir nach vier Tagen Atacamawüste immer noch nicht genug von der Trockenheit hatten, ging es auf nach Bolivien in die größte Salzwüste der Welt ("Salar de Uyuni"). Mit Jeeps ging es über Sand und Stein, querfeldein durch den Süden von Bolivien. Damit ihr euch vorstellen könnt, wie es dort aussieht, habe ich euch ein paar Fotos mitgeschickt.

Trotz Sonnenschein haben wir auch tagsüber unsere dicken Jacken anlassen müssen und durch die extreme Höhe (teilweise über 5000 Höhenmeter) fiel uns das Atmen zum Teil richtig schwer. Die Luft so weit oben enthält nämlich weniger Sauerstoff und dadurch muss man häufiger atmen und das Herz muss sehr viel schneller schlagen als normal. Da wir an solche Höhen nicht gewöhnt waren, durften wir uns nur langsam bewegen, sonst wäre uns sicherlich schwarz vor Augen geworden und wir wären umgekippt.

Wenn ihr das alles lest, denkt ihr bestimmt, ich habe die ganze Zeit nur Urlaub. Obwohl ich dagegen nichts einzuwenden hätte, stimmt das nicht ganz. Normalerweise sieht mein Alltag aber anders aus und ich muss jeden Tag zur Uni. Nachmittags ist dann aber Zeit zum Strand zu gehen oder andere schöne Dinge zu machen. Auch wenn die Zeit hier wie im Flug vergeht und ich sicher traurig bin, wenn ich wieder nach Hause muss, freue ich mich doch, bald meine Familie und Freunde in Deutschland wieder zu sehen.

Ich schicke euch ganz liebe und sonnige Grüße vom anderen Ende der Welt,

Milli

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